Bild der ISO 500 und des 100. Jahrestages der Türkei

Bei der stündlichen Saldierung werden die Solarstromerzeugung und der Verbrauch im Rahmen der lizenzfreien Stromerzeugung für jede Stunde getrennt miteinander verglichen. Bei diesem Ansatz gleicht ein Erzeugungsüberschuss zur Mittagszeit den Verbrauch am Abend desselben Tages nicht unmittelbar aus. Deshalb sind für die PV-Investition eines Unternehmens nicht nur die jährliche Gesamterzeugung, sondern auch die zeitliche Überschneidung von Erzeugung und Verbrauch im Tagesverlauf entscheidend.

Kurzantwort: Was hat sich durch die stündliche Saldierung geändert?

Die Verordnungsänderung vom 2. April 2026 definierte die Saldierung auf Grundlage stündlicher Zeitintervalle und legte den 1. Mai 2026 als Termin für die betreffende Infrastruktur fest. Dadurch wurde der finanzielle Wert insbesondere bei nicht privaten lizenzfreien Erzeugungsanlagen neben den Monatssummen stärker von der stündlichen Abstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch abhängig. Da der Anwendungsbereich einschließlich privater Abonnenten und Übergangsbestimmungen je nach Abonnentengruppe der Anlage, Datum des Aufforderungsschreibens und Anschlussstruktur variieren kann, sollte jedes Projekt gesondert anhand der aktuellen Rechtsvorschriften und Vertragsunterlagen geprüft werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Anlageberatung dar. Um die für Ihr Projekt geltende Regelung zu bestimmen, prüfen Sie gemeinsam die aktuelle Regelung im Amtsblatt vom 2. April 2026, die EPDK-Seite zur lizenzfreien Erzeugung, Ihren Netzanschlussvertrag und Ihren Liefervertrag.

Wie funktioniert die stündliche Saldierung?

Ist der Verbrauch innerhalb einer Stunde höher als die Erzeugung, entspricht die Differenz dem aus dem Netz bezogenen Nettoverbrauch. Ist die Erzeugung höher als der Verbrauch, entspricht die Differenz der Überschussenergie. Die Ergebnisse werden über den gesamten Abrechnungszeitraum berechnet; die Zuordnung erfolgt jedoch innerhalb jeder einzelnen Stunde und nicht anhand einer Monatssumme.

Vereinfachtes Beispiel mit zwei Stunden

Beispiel für stündliche Solarstromerzeugung, Verbrauch und Saldierung
Uhrzeit PV-Erzeugung Verbrauch Stündliches Ergebnis
12:00-13:00 120 kWh 80 kWh 80 kWh werden saldiert; es entstehen 40 kWh Überschussenergie.
20:00-21:00 0 kWh 40 kWh 40 kWh werden aus dem Netz bezogen.
Gesamt 120 kWh 120 kWh Obwohl die Monatssummen gleich sind, beträgt das stündliche Nettoergebnis nicht null.

Obwohl Gesamterzeugung und Gesamtverbrauch im Beispiel gleich sind, werden nur 80 kWh innerhalb derselben Stunde saldiert. Der mittags entstehende Überschuss von 40 kWh und der abends bezogene Strom von 40 kWh werden als getrennte Posten behandelt. Das finanzielle Ergebnis hängt unter anderem von der Tarifgruppe der Anlage, dem Liefervertrag, den für Überschussenergie geltenden Regeln und den Marktwerten des jeweiligen Zeitraums ab.

Was ist der Unterschied zwischen monatlicher und stündlicher Saldierung?

Vergleich zwischen monatlicher und stündlicher Saldierung
Vergleich Monatlicher Ansatz Stündlicher Ansatz
Saldierungsintervall Gesamterzeugung und Gesamtverbrauch im Abrechnungszeitraum Erzeugung und Verbrauch innerhalb jeder einzelnen Stunde
Einfluss des Verbrauchszeitpunkts Kann hinter den Summen verborgen bleiben Ist unmittelbar entscheidend
Daten für die Machbarkeitsanalyse Monatliche Rechnungen können eine erste Schätzung unterstützen Ein stündliches Last- und Erzeugungsprofil ist erforderlich
Optimierungsschwerpunkt Jährliche Energieerzeugung Eigenverbrauch und Profilabstimmung neben der Jahreserzeugung

Dieser Unterschied zeigt, dass der Ansatz, eine PV-Anlage zu installieren, die „so viel erzeugt wie der Jahresverbrauch“, allein möglicherweise nicht ausreicht. Haben zwei Fabriken mit gleichem Jahresverbrauch unterschiedliche Schichtmodelle, kann auch das wirtschaftliche Ergebnis gleich großer PV-Anlagen unterschiedlich ausfallen.

Wer ist von der stündlichen Saldierung betroffen?

Die Auswirkungen der Regelung sind insbesondere bei industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen Bewässerungs- und ähnlichen nicht privaten Verbrauchsstellen relevant, die einer lizenzfreien Erzeugungsanlage zugeordnet sind. Die Verallgemeinerung, dass „alle PV-Anlagen auf dieselbe Weise stündlich saldiert werden“, ist jedoch nicht richtig. In der Praxis sollten folgende Angaben gemeinsam bewertet werden:

  • Abonnenten- und Tarifgruppe der Erzeugungs- und Verbrauchsanlage,
  • Datum des Aufforderungsschreibens zum Netzanschlussvertrag und die zugrunde liegende Rechtsvorschrift,
  • Ob sich Erzeugung und Verbrauch am selben oder an unterschiedlichen Messpunkten befinden,
  • Zugeordnete Verbrauchsanlagen und Lieferantenstruktur,
  • Besondere Bedingungen in den Anschluss-, Netznutzungs- und Energiekauf- beziehungsweise Energieverkaufsunterlagen.

Insbesondere für die private Abonnentengruppe können Ausnahmen und Sonderbestimmungen zur monatlichen Saldierung gelten. Der Status einer bestehenden Anlage sollte daher anhand der aktuellen Rechtsvorschriften und Projektunterlagen und nicht allein anhand des Rechnungsergebnisses geprüft werden.

Warum sollte die PV-Machbarkeit mit stündlichen Daten geprüft werden?

Eine monatliche Stromrechnung zeigt den Gesamtverbrauch, aber nicht, zu welchen Stunden dieser Verbrauch anfällt. Die Solarstromerzeugung steigt dagegen um die Mittagszeit, fällt nachts auf null und verändert sich je nach Jahreszeit. Im Zeitalter der stündlichen Saldierung muss die Machbarkeitsanalyse die Überschneidung dieser beiden Kurven messen.

EigenverbrauchsquoteDer Anteil der gesamten PV-Erzeugung, der innerhalb desselben Zeitintervalls am Standort genutzt wird.
EnergiedeckungsgradZeigt, welcher Anteil des Verbrauchs durch die zeitgleiche Solarstromerzeugung gedeckt wird.
ÜberschussquoteMacht den Anteil der Erzeugung sichtbar, der nicht innerhalb derselben Stunde verbraucht werden kann und in das Netz eingespeist wird.

Diese drei Kennzahlen messen nicht dasselbe. Eine große PV-Anlage kann beispielsweise Strom in Höhe eines erheblichen Anteils des Jahresverbrauchs erzeugen und gleichzeitig an Wochenenden und zur Mittagszeit hohe Überschüsse verursachen. Eine bloße Erhöhung der Modulanzahl steigert daher nicht die Eigenverbrauchsquote; bei manchen Profilen kann sie diese sogar senken.

Wie können sich Unternehmen auf die stündliche Saldierung vorbereiten?

Stündliche Verbrauchsdaten beschaffen

Beschaffen Sie Rechnungen für mindestens die vergangenen 12 Monate und, soweit möglich, 8.760 Stunden an Zähler- oder Energiemonitoringdaten. Schichtmodelle, Wochenendbetrieb, saisonale Produktion und geplante Stillstände sollten ebenfalls gekennzeichnet werden. Eine standardisierte Profilschätzung auf Basis unvollständiger Daten erhöht die Unsicherheit der Investitionsentscheidung.

PV-Erzeugung auf derselben Zeitachse modellieren

Standort, Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Temperatur, Systemverluste und Wechselrichtergrenzen beeinflussen die stündliche Erzeugungskurve ebenso wie die Modulleistung. Das Modell sollte nicht nur eine jährliche kWh-Schätzung liefern, sondern die erwartete Erzeugung jeder Stunde mit den Verbrauchsdaten vergleichen können.

Zuerst Möglichkeiten zur Lastverschiebung prüfen

Sofern es mit dem Produktionsplan vereinbar ist, können Pumpen, Kompressoren, Kühlung, Heizung, das Laden von Elektrofahrzeugen oder andere flexible Lasten teilweise in Stunden mit hoher Solarstromerzeugung verlegt werden. Nicht jede Last lässt sich verschieben; Arbeitssicherheit, Produktionsqualität und Prozessgrenzen haben Vorrang. Eine umsetzbare Lastverschiebung kann den Eigenverbrauch jedoch ohne zusätzliche Technik erhöhen.

PV-Leistung entsprechend der Profilabstimmung wählen

Die Anlagenleistung sollte nicht ausschließlich mit der Formel „Jahresverbrauch / spezifischer Jahresertrag“ bestimmt werden. Für unterschiedliche installierte Leistungen sollten Eigenverbrauch, Überschussenergie, Netzbezug und mögliche Abregelung gemeinsam berechnet werden. Dieser Vergleich macht den finanziellen Wert der zusätzlichen Erzeugung einer größeren Anlage sichtbar.

Speicherung als eigene Machbarkeitsvariante untersuchen

Eine Batterie kann einen Teil des mittags entstehenden Überschusses in spätere Verbrauchsstunden verlagern und außerdem Aufgaben wie Leistungsmanagement und die Versorgung kritischer Lasten übernehmen. Ein Speicher ist jedoch nicht für jedes Unternehmen automatisch wirtschaftlich. Nutzbare Kapazität, Lade- und Entladeleistung, Zykluswirkungsgrad, erwartete Nutzungshäufigkeit, Sicherheitsinfrastruktur, Garantiebedingungen und Investitionskosten sollten gemeinsam modelliert werden.

Welchen Nutzen bietet ein Energiespeicher bei stündlicher Saldierung?

Der zentrale Wert eines Speichers besteht nicht darin, „mehr Solarstrom zu erzeugen“, sondern den Nutzungszeitpunkt des erzeugten Stroms zu verändern. Wird der PV-Überschuss tagsüber in eine Batterie geladen und am Abend oder zu einer anderen erzeugungsarmen Zeit genutzt, kann dies die Eigenverbrauchsquote erhöhen. Technische Kapazität und wirtschaftliches Optimum sind jedoch nicht dasselbe.

Bei der richtigen Dimensionierung werden zwei getrennte Größen berücksichtigt: kW bezeichnet die Leistung, die das System zu einem bestimmten Zeitpunkt aufnehmen oder abgeben kann; kWh bezeichnet die speicherbare Energiemenge. Eine Auswahl der kWh allein anhand des täglichen Energieüberschusses kann unzureichend sein, wenn Lade- und Entladeleistung sowie der momentane Bedarf kritischer Lasten außer Acht bleiben.

Die Energiespeicherlösungen von CW Enerji für Unternehmen beruhen auf einer gemeinsamen Analyse von Verbrauchsprofil, kritischen Lasten, Solarstromerzeugung, Netzstruktur und erforderlicher Überbrückungsdauer. Zum Vergleich der Produktoptionen kann außerdem die Seite Energiespeichersysteme aufgerufen werden.

Erforderliche Daten für die Analyse der stündlichen Saldierung

Für eine belastbare Vorprüfung kann folgender Datensatz vorbereitet werden:

  • Stromrechnungen und Tarifinformationen der vergangenen 12 Monate,
  • nach Möglichkeit 8.760 Stunden Verbrauchsdaten oder 15-Minuten-Messwerte,
  • bei vorhandener PV-Anlage stündliche Erzeugungs-, Wechselrichter- und Zählerdaten,
  • Schichtpläne, Wochenendbetrieb und geplante Stillstände,
  • kW-Werte und Betriebszeiten kritischer und flexibler Lasten,
  • Netzanschlussvertrag, Aufforderungsschreiben, einpoliger Schaltplan und Liefervertrag,
  • Dach- oder Grundstücksbelegung, Ausrichtung, Neigung und Verschattungsangaben,
  • bei geplanter Speicherung die gewünschte Überbrückungsdauer und die Anforderungen an die Stromqualität.

Bei einer neuen Investition kann der Ansatz für Standortprüfung, Projektierung und Systemauslegung über die CW Enerji Lösungen für PV-Prozesse eingesehen werden. Das Ausfüllen des Projektanfrageformulars mit Ihren vorhandenen Unterlagen und Energiedaten erleichtert eine bedarfsgerechte Erstbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Die im Amtsblatt vom 2. April 2026 mit der Nummer 33212 veröffentlichte Änderung definierte die Saldierung auf Grundlage stündlicher Zeitintervalle. Übergangsartikel 13 sah vor, dass die betreffende Infrastruktur bis zum 1. Mai 2026 eingerichtet wird. Der anlagenspezifische Umfang sollte zusammen mit den Sonder- und Übergangsbestimmungen geprüft werden.

Für die private Abonnentengruppe können Sonderbestimmungen zur monatlichen Saldierung gelten. Da das Ergebnis je nach Abonnentengruppe, Datum des Aufforderungsschreibens und Zuordnung von Erzeugung und Verbrauch variieren kann, sollte es anhand der Anschlussunterlagen und der aktuellen Rechtsvorschriften geprüft werden.

Eine solche Schlussfolgerung lässt sich daraus allein nicht ziehen. Die Auswirkungen hängen von der Überschneidung des Verbrauchsprofils mit der Solarstromerzeugung, der Anlagenleistung sowie den Tarif- und Lieferbedingungen ab. Bei Anlagen mit hoher Tageslast kann der Eigenverbrauch stark bleiben; bei überwiegendem Abend- und Nachtverbrauch können Lastverschiebungs- oder Speicherszenarien untersucht werden.

Die physisch in das Netz eingespeiste Energie geht nicht verloren. Wie sie für den Erzeuger bewertet wird, hängt jedoch von den für die Anlage geltenden Rechtsvorschriften, Grenzen und Preisregeln ab. Für selbst verbrauchte Energie und in das Netz eingespeiste Überschussenergie sollte nicht derselbe wirtschaftliche Wert angenommen werden.

Nein. Eine Batterie kann einen Teil der zeitlichen Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen, unterliegt jedoch Grenzen hinsichtlich Kapazität, Leistung, Zykluswirkungsgrad, Betriebsstrategie und Kosten. Die Eignung sollte durch eine auf stündlichen Daten basierende technische und finanzielle Machbarkeitsanalyse bestimmt werden.

Rechnungen liefern Ausgangsdaten zu Verbrauch und Kosten, zeigen aber nicht die stündliche Lastkurve. Für eine belastbare Machbarkeitsanalyse sollten stündliche oder häufiger erfasste Messdaten aus dem Zähler, dem automatischen Zählerauslesesystem oder einem Energiemonitoringsystem verwendet werden.

Fazit: PV nach zeitlicher Abstimmung statt nach Jahressummen planen

Im Zeitalter der stündlichen Saldierung ist eine gute PV-Investition ein System, das nicht nur eine hohe Jahreserzeugung anstrebt, sondern die Erzeugung möglichst eng mit den Verbrauchszeiten des Unternehmens abstimmt. Ein belastbarer Fahrplan beginnt mit der Analyse stündlicher Daten und wird mit dem Vergleich von Lastverschiebung, geeigneter PV-Leistung und, falls erforderlich, Energiespeicherszenarien fortgesetzt.

Jede Anlage hat andere Schichten, Lasten, Dach-, Anschluss- und Geschäftsbedingungen. Deshalb gibt es keine einheitliche „ideale Modul- oder Batteriekapazität“. Eine projektspezifische Standortprüfung und technische Planung ermöglicht es, technische Eignung und wirtschaftliche Erwartungen im selben Modell zu bewerten.

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